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BlechProfis

Blechzuschnitt: Laserschneiden gegen Handschneiden

Der industrielle Blechzuschnitt stellt verarbeitende Betriebe vor grundlegende Entscheidungen hinsichtlich Flexibilität, Schnittqualität und Wirtschaftlichkeit. Während das manuelle Trennen auf mechanischer Kraftübertragung beruht, ist das Laserschneiden ein thermisches und berührungsloses Verfahren. Beim Laserschmelzschneiden wird das Metall lokal über die Schmelztemperatur erhitzt; ein Gasstrahl entfernt die entstehende Schmelze aus der Schnittfuge (Fraunhofer IWS: Verfahren zum Laserschneiden). Für industrielle Anwender bedeutet dieser Unterschied eine Abwägung zwischen flexiblen, komplexen Konturen und einfachen mechanischen Zuschnitten. Die Wahl des Verfahrens beeinflusst außerdem die nachfolgenden Arbeitsschritte wie Biegen oder Entgraten.

Technische Grundlagen der thermischen Trennverfahren

Das thermische Trennen mittels Laserstrahlung unterscheidet sich grundlegend von mechanischen Schneidmethoden. Der Laser erhitzt das Metall lokal, während ein Gasstrahl die Schmelze aus dem Schnittbereich austrägt. Dadurch arbeitet das Verfahren ohne direkten Kontakt zwischen Werkzeug und Werkstück. Je nach Werkstoff und Laserleistung sind beim Laserschmelzschneiden Materialdicken bis 60 Millimeter möglich. Dieser Wert gilt jedoch nicht allgemein für jedes Material und jede Anlage.

Moderne Lasersysteme können sehr schmale Schnittbereiche ermöglichen. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPT nennt für einen beschriebenen Dünnblech-Forschungsprozess einen Laserspotdurchmesser von 35 Mikrometern und Schnittbreiten bis 20 Mikrometer (Fraunhofer IPT: Laserschneiden). Diese Angaben beziehen sich auf den dort beschriebenen Prozess und sind nicht automatisch auf jedes Lasersystem übertragbar.

Das Verfahren eignet sich besonders für Prototypen, Kleinserien, stark variierende Geometrien und Formen, die sich nicht oder nur schwer stanzen lassen. Dennoch führt Laserschneiden nicht automatisch zu besseren Ergebnissen. Falsch gewählte Parameter können Grat, Oxidation oder Veränderungen an der Geometrie verursachen.

Blechzuschnitt. Funken fliegen vom Laser

Mechanische Handverfahren und das traditionelle Scherschneiden

Im Gegensatz zu laserbasierten Verfahren beruht das manuelle Schneiden beziehungsweise das Arbeiten mit Tafelscheren auf mechanischer Kraftübertragung. Beim Scherschneiden entstehen Schnittqualität und Grat unter anderem durch Messergeometrie, Schneidspalt, Blechdicke und das Abbiegen des Abschnitts. Eine Fraunhofer-Untersuchung aus dem Jahr 1999 beschreibt diese Einflussgrößen und die mechanischen Zusammenhänge (Fraunhofer-Publikation zum Scherschneiden).

Bei dickeren Blechen steigen die Schneid- und Drängkräfte. Schwingschnittscheren sind für solche Anforderungen konstruktiv besonders geeignet. Mechanische Verfahren können daher eine erhebliche Werkzeug- und Maschinenbelastung verursachen. Bei einfachen geraden Zuschnitten bleibt das Handschneiden beziehungsweise Scherschneiden dennoch eine naheliegende Möglichkeit. Bei komplexen Konturen ist die Methode dagegen weniger flexibel als ein programmierbares Laserverfahren.

Untersuchungen zum Scherschneiden von Edelstahl beobachteten geringe Schnittflächenqualitäten, starke Gratbildung und hohe Werkzeugbelastungen. Für den untersuchten Dickenbereich bis 1,5 Millimeter beeinflusste die Schnittgeschwindigkeit bestimmte geometrische Kantenmerkmale nur relativ gering (Fraunhofer-Publikation zum Edelstahlschneiden).

Qualitätsvergleich von Schnittkanten und Maßhaltigkeit

Die Qualität der Schnittkante ist ein entscheidendes Kriterium für die Weiterverarbeitung. Beim Laserschmelzschneiden kann die Schnittkante eine kleine Wärmeeinflusszone aufweisen. Der Einsatz eines Inertgases kann zudem die Oxidbildung reduzieren. Diese thermische Einwirkung unterscheidet das Verfahren deutlich vom mechanischen Scherschneiden (Fraunhofer IWS: Verfahren zum Laserschneiden).

Bei dünnen Blechen ist außerdem eine sorgfältige Handhabung und Spannung erforderlich, damit sich das Material beim Laserschneiden nicht verbiegt. Die Eigenschaften der fertigen Schnittkante hängen daher nicht nur vom Verfahren, sondern auch von Werkstoff, Blechdicke, Laserleistung, Prozessgas und den gewählten Parametern ab.

Beim mechanischen Schneiden werden Schnittqualität und Grat unter anderem durch die Messergeometrie, den Schneidspalt und das Abbiegen des Abschnitts beeinflusst. Eine unpassende Kombination dieser Faktoren kann die Weiterverarbeitung erschweren. Ob eine zusätzliche Bearbeitung erforderlich ist, muss deshalb anhand der konkreten Kantenqualität und der Anforderungen des Bauteils entschieden werden.

Materialvielfalt und Einsatzbereiche im verarbeitenden Gewerbe

Metalle reagieren unterschiedlich auf thermische und mechanische Einflüsse. Beim Laserschneiden müssen deshalb Werkstoff, Materialdicke, Laserleistung, Prozessgas und weitere Anlagenparameter aufeinander abgestimmt werden. Die Ergebnisse eines bestimmten Forschungsprozesses lassen sich nicht ohne Weiteres auf jedes Material oder jede Maschine übertragen.

Dünne Bleche verlangen beim Laserschneiden eine sorgfältige Fixierung beziehungsweise Spannung, damit sie sich nicht verbiegen. Gleichzeitig kann das Verfahren bei geeigneten Bedingungen sehr feine Konturen ermöglichen. Besonders geeignet ist es für Prototypen, Kleinserien, wechselnde Geometrien und Formen, die nicht stanzbar sind.

Das Handschneiden beziehungsweise Scherschneiden behält seine Berechtigung bei einfachen Zuschnitten und Situationen, in denen keine Laserschneidanlage eingesetzt werden kann. Bei komplexen Konturen und häufig wechselnden Geometrien bietet das Laserschneiden dagegen eine größere Flexibilität. Die Entscheidung sollte sich an Geometrie, Werkstoff, Blechdicke, geforderter Schnittqualität und verfügbarer Anlagentechnik orientieren.

Wirtschaftlichkeit und Flexibilität im industriellen Alltag

Die Wirtschaftlichkeit einer Fertigungsmethode hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem der erforderliche Maschinenaufwand, die Bearbeitungsaufgabe, die Stückzahl, die Geometrie und die geforderte Schnittqualität. Das manuelle Schneiden beziehungsweise Scherschneiden kann bei einfachen Aufgaben mit geringerem technischen Aufwand auskommen. Bei komplexen oder häufig wechselnden Konturen kann das Laserschneiden seine Flexibilität ausspielen.

Laserschneiden eignet sich nach Angaben des Fraunhofer IWS besonders für Prototypen, Kleinserien, stark variierende Geometrien und nicht stanzbare Formen (Fraunhofer IWS: Verfahren zum Laserschneiden). Die Schnittqualität hängt dabei wesentlich von den Prozessparametern ab. Falsch eingestellte Parameter können Grat, Oxidation oder Geometrieänderungen verursachen (Fraunhofer IPT: Laserschneiden).

Eine allgemeingültige Aussage zu Stückkosten oder Materialeinsparungen ist ohne konkrete Angaben zu Werkstoff, Blechdicke, Kontur, Stückzahl und Maschine nicht möglich. In der Praxis sollte daher der gesamte Prozess betrachtet werden: Vorbereitung, Zuschnitt, mögliche Nacharbeit und Weiterverarbeitung.

Sicherheitsaspekte und Arbeitsschutz in der Produktion

Arbeitssicherheit und Maschinenschutz unterscheiden sich bei beiden Verfahren. Mechanische Schneidarbeiten können durch scharfe Schnittkanten und die beim Schneiden wirkenden Kräfte Risiken verursachen. Bei Laserschneidanlagen kommen Anforderungen an Laser- und Maschinensicherheit hinzu.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin stellt eine Checkliste für Laserbearbeitungsmaschinen bereit. Sie bezieht sich ausdrücklich auf die Bewertung von Laser- und Maschinensicherheit solcher Anlagen (BAuA: Checkliste Laserbearbeitungsmaschinen). Der Einsatz eines Laserschneidsystems erfordert daher eine geeignete sicherheitstechnische Bewertung. Die konkreten Schutzmaßnahmen hängen von der jeweiligen Anlage und ihrem Betrieb ab.

Fazit

Der Vergleich zwischen Laserschneiden und Handschneiden zeigt zwei unterschiedliche Verfahren der Blechbearbeitung. Das Laserschneiden arbeitet thermisch und berührungslos und eignet sich besonders für Prototypen, Kleinserien, stark variierende Geometrien und nicht stanzbare Formen. Das mechanische Schneiden beziehungsweise Scherschneiden bleibt für einfache Zuschnitte eine wichtige Option.

Eine Entscheidung sollte nicht allein anhand der erwarteten Präzision getroffen werden. Material, Blechdicke, Geometrie, Parameter, Schnittqualität, erforderliche Nacharbeit und Sicherheitsanforderungen bestimmen, welches Verfahren im jeweiligen Anwendungsfall geeignet ist.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist der Einsatz des Handschneidens dem Laserschneiden vorzuziehen?

Das Handschneiden beziehungsweise mechanische Scherschneiden kann bei einfachen Zuschnitten sinnvoll sein, wenn keine komplexe Kontur erforderlich ist und der technische Aufwand einer Laserschneidanlage nicht notwendig erscheint. Die konkrete Eignung hängt von Material, Blechdicke und geforderter Schnittqualität ab.

Welche Rolle spielt die Wärmeeinflusszone beim Laserschneiden?

Beim Laserschmelzschneiden kann die Schnittkante eine kleine Wärmeeinflusszone aufweisen. Ein Inertgas kann die Oxidbildung reduzieren. Die Größe und Bedeutung der thermisch beeinflussten Zone hängen unter anderem von Werkstoff, Blechdicke und Prozessparametern ab.

Warum ist das Laserschneiden bei komplexen Geometrien geeignet?

Das Laserschneiden eignet sich besonders für stark variierende Geometrien, Prototypen, Kleinserien und Formen, die nicht stanzbar sind. Der Vorteil liegt in der Flexibilität des berührungslosen thermischen Trennverfahrens. Die erreichbare Qualität hängt jedoch von der konkreten Anlage und den eingestellten Parametern ab.

Welche Materialien eignen sich für das industrielle Laserschneiden?

Das lässt sich nicht pauschal für jedes Material beantworten. Werkstoff, Materialdicke und Laserleistung beeinflussen die Bearbeitbarkeit. Auch Prozessgas und weitere Parameter müssen auf den jeweiligen Anwendungsfall abgestimmt werden.

Welchen Einfluss hat die Blechdicke auf das Schnittverfahren?

Die Blechdicke beeinflusst sowohl das Laserschneiden als auch das Scherschneiden. Beim Laserschmelzschneiden sind je nach Werkstoff und Laserleistung Materialdicken bis 60 Millimeter möglich; dieser Wert gilt nicht allgemein für jede Anlage. Beim Scherschneiden steigen bei dickeren Blechen die Schneid- und Drängkräfte.

Entsteht beim Laserschneiden zwangsläufig ein Nacharbeitsbedarf?

Nein. Das Ergebnis hängt von Werkstoff, Blechdicke, Laserleistung, Prozessgas und den gewählten Parametern ab. Falsch eingestellte Parameter können Grat, Oxidation oder Geometrieänderungen verursachen. Ob eine Nacharbeit erforderlich ist, muss anhand der tatsächlichen Schnittkante und der Anforderungen des Bauteils beurteilt werden.

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